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Institut für Politikwissenschaft und Soziologie

"Anti-feministische Akteur*innen und Abwehrmuster bei Geschlechterfragen"

„Gender-Wahnsinn“, „männerfeindlicher Diskurs“, „Frauen sollten sich auf die Familie konzentrieren“, „Frauen verlieren ihre weibliche Identität“, „Männer werden diskriminiert“ … Feminismus? Nein danke!

Anti-feministische Haltungen nehmen zu und scheinen „salonfähig“ zu werden; als Gegenbewegung zur Emanzipations- und Gleichberechtigungsbewegung tritt der Antifeminismus in unterschiedlichen Facetten auf. Es ist eine Bewegung weg vom männerzentrierten zum familienzentrierten Anti-Feminismus festzustellen: während ersterer Männer ins diskursive Zentrum rückte, stellt letzterer ein ideologisiertes heteronormatives Familienbild in den Mittelpunkt. Feminismus wird in diesem Sinne als Bedrohung der Familie angesehen. Hinzu gesellen sich Angriffe auf die Genderforschung (Anti-Genderismus), welcher die Wissenschaftlichkeit apodiktisch abgestritten wird. Diese Angriffe sind meist mit einer Kritik am Gender-Mainstreaming verbunden.

Dabei lassen sich eine Vielzahl unterschiedlicher anti-feministischer Akteur*innen unterscheiden, z.B. in den Medien, im Rahmen religiös/konservativer Kreise aber auch in Parteien und gesellschaftlichen Bewegungen. Auch Teile der Wissenschaft, in Deutschland prominent durch einige Evolutionsbiologen vertreten, richten sich mit abwertenden Statements und dem „naturwissenschaftlichen Hammer“ gegen die Gender-Studien.

Die Abwehrmuster, welche Akteur*innen dabei aufweisen, lassen sich unter den Stichpunkten der Antiquierung, Abwertung, Biologisierung, Individualisierung und dem Vorwurf der Diskriminierung und Polarisierung zusammenfassen.

Worauf lässt sich diese stärker werdende anti-feministische Strömung zurückführen? Hat die feministische Bewegung eventuell ihr „klassisches Subjekt“ verloren? Ist der Begriff „Feminismus“ inzwischen irreführend, da er nicht die gesamte Spannbreite von Gleichberechtigungs-Bemühungen, die über die ehemals klassische Zielgruppe hinausgehen, zu inkludieren vermag?

Ungleichheiten, welche auf einem tradierten und überholten Geschlechterbegriff basieren, darin waren sich die Teilnehmer*innen der zweiten Sitzung des AK-Genders im WS 16/17 einig, sind in der Gesellschaft immer noch ein Problem. Dabei, dies war der Konsens, würden alle Mitglieder der Gesellschaft von zunehmender Gleichberechtigung und damit der feministischen Bewegung profitieren.

Der AK-Gender dankt allen Teilnehmer*innen für die interessante Diskussion und wünscht ein erholsames Ausklingen des Jahres 2016.

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