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Institut für Politikwissenschaft und Soziologie

"Wie sexistisch ist unsere Gesellschaft?" – Diskussionsveranstaltung des AK Gender

Am 17.12.2015 fand die zweite Veranstaltung des AK-Gender am IPS statt. Nachdem sich die erste Veranstaltung Rollenstereotypen und deren gesellschaftliche Auswirkungen widmete, befasste sich der AK dieses Mal mit der Frage: „Wie sexistisch ist unsere Gesellschaft?”. 

Die Koordinatorinnen des Arbeitskreises leiteten mit einem theoretischen Input zum Thema hin. Zunächst wurden verschiedene Sexismus-Definitionen vorgestellt; hieran schloss sich eine lebhafte Diskussion über die Frage an, ob die Definitionen angesichts der ihnen zugrunde liegenden binären Geschlechterordnung noch angemessen seien. 

Weiterhin diskutierten die Teilnehmen über den in den letzten Jahrzenten abgelaufenen Wandel von offenen sexistischen Einstellungen hin zu subtilen und verdeckten – und damit auch schwerer zu identifizierenden – sexistischen Verhaltensweisen. Dabei stellen der moderne Sexismus, der Neosexismus und der ambivalenter Sexismus die drei wesentlichen Erscheinungsformen des subtilen Sexismus dar. Während die beiden ersten Sexismen durch die Leugnung von Diskriminierung, die Ablehnung von Maßnahmen zum Abbau von Ungleichheit sowie durch einen Konflikt zwischen einerseits egalitären Werten und andererseits negativen Emotionen Frauen gegenüber kennzeichnet sind, bezeichnet der ambivalente Sexismus das Zusammenspiel von hostilem (feindlichem) und benevolentem (wohlwollendem) Sexismus. Ambivalenter Sexismus kann sowohl gegen Frauen als auch gegen Männer ausgeübt werden. 

An der Diskussionsfrage „Wo begegnet uns heute Sexismus?“ und „Wie sexistisch ist unsere Gesellschaft?“ entzündete sich eine interessante und auch kontroverse Debatte zwischen den Teilnehmenden. Hier zeigte sich die Komplexität und Vielschichtigkeit des Themas, jedoch auch dessen Relevanz. Besonders die Frage, wo denn die Grenze zwischen einer nett gemeinten Bemerkung und einer sexistischen Äußerung zu ziehen sei, stand im Mittelpunkt des Diskurses.

Als vorläufiges Fazit der Veranstaltung kann festgehalten werden, dass Sexismus heute nach wie vor in allen Lebensbereichen in unterschiedlicher Intensität präsent ist. Sexismus ist inzwischen sehr viel subtiler, damit schwerer zu identifizieren – und auch sehr viel schwerer zu bekämpfen – da er oftmals als vermeintliches Kompliment oder lustige Bemerkung getarnt wird. Ebenfalls wurde deutlich, dass das Thema Sexismus immer noch bagatellisiert wird und diejenigen, die Sexismus anprangern, belächelt oder gar angefeindet werden. 

Wir danken allen Teilnehmenden für den gelungen Abend und freuen uns auf zahlreiche weitere interessante Veranstaltungen im neuen Jahr!

Katharina Wagner, Tanja Wolf, Theresa Stawski

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