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Institut für Politikwissenschaft und Soziologie

Exkursion zum VN-Ausbildungszentrum Hammelburg

Im Rahmen des Seminars „Aktuelle Problemfelder und Perspektiven der Internationalen Beziehungen“ fuhr eine Gruppe von Studenten unter Leitung von Michael Melcher am 24.11.2011 nach Hammelburg in die Saaleck-Kaserne.

In den vorangegangenen Seminarstunden befassten sich die Studierenden zur Vorbereitung ausführlich mit der Rolle der Vereinten Nationen sowie deren Operationen in Krisengebieten verschiedener Länder. Einen besonderen Stellenwert nahm in diesem Zusammenhang die Arbeit der von den Vereinten Nationen (VN) entsandten Militärbeobachter ein.

In der Saaleck-Kaserne hatten die Studierenden die Möglichkeit, einen Eindruck über die Arbeit eines Militärbeobachters im Detail zu gewinnen und sich ebenfalls einen Überblick über die verschiedenen Ausbildungs- und Vorbereitungsschritte vor einem Einsatz zu verschaffen. Die Einweisung erfolgte durch Oberstleutnant Glatzel, der selbst in verschiedensten Missionen – unter anderem im Kosovo und im Sudan – im Einsatz war. Oberstleutnant Glatzel referierte vor den Studenten über seine Einsatzerfahrungen, die internationale Zusammenarbeit der Streitkräfte und die nötige Feinfühligkeit bei dem Zusammentreffen verschiedener Kulturkreise am Einsatzort.

Der Standort Hammelburg ist der einzig zertifizierte VN-Ausbildungsstandort für Militärbeobachter in Deutschland. Außerdem werden hier auch Mitarbeiter von NGO´s oder Journalisten für Arbeiten in Krisenregionen vorbereitet.

Im Anschluss standen Oberstleutnant Glatzel, Hauptmann Eichler und Hauptfeldwebel Grom den Studenten für Fragen zur Verfügung. Diese nutzen ihre Chance und befragten die einsatzerfahrenen Soldaten über persönliche Eindrücke, Ausrüstungen und Erfahrungen mit der Zivilbevölkerung. Auf besonderes Interesse der Studierenden stießen die Soldaten bei Fragen zu den Auslandseinsätzen unter ISAF-Mandat in Afghanistan – sowohl im organisatorischen als auch operativen Bereich.

Nach dem Mittagessen fuhren die Studenten unter der Leitung von Oberleutnant Aicher und Jugendoffizier Herzog-Braune mit dem Bus zur benachbarten Ortskampfanlage Bonnland. Dort erhielt der Kurs eine Einweisung zur Geschichte und dem Nutzen der Anlage durch Oberstleutnant Meder. Ein unterfränkisches Dorf, welches über Jahrhunderte bewohnt war, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Ausbildungsplatz für die Streitkräfte. Heute wird das Dorf Bonnland von der Bundeswehr genutzt, um Gefechtssituationen auf engem, urbanem Raum zu simulieren. Nahezu jeder Soldat, der einmal in den Auslandseinsatz berufen wird, durchläuft hier einen Teil der vorbereitenden Ausbildung. Auch nutzen auswärtige Streitkräfte wie etwa skandinavische Verbände oder NATO-Truppen den Standort, um möglichst reale Häuserkämpfe durchzuführen.

Nach der Besichtigung der Kirche des Dorfes verschaffte Hauptfeldwebel Urlaub den Studierenden in aller Kürze einen Eindruck über die Waffen und ihre Wirkung, welche von der Bundeswehr, der Nato und Feindverbänden im Einsatzland Afghanistan eingesetzt werden. Zur Abschlussdiskussion im Offizierskasino stellten sich die Exkursionsleiter weiteren Fragen der Studierenden – diese reichten von den Berufsmöglichkeiten beim Arbeitgeber Bundeswehr bis hin zu den Risiken, mit denen jeder Berufssoldat konfrontiert ist. Dieser aufschlussreiche Dialog beendete den informativen Tag mit weiteren Einblicken in das heutige Bild der Streitkräfte und den stark veränderten Gefahrenszenarien im Rahmen von Auslandseinsätzen.

Bericht: Lisa Nöth und Josef Knoche.

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