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Institut für Politikwissenschaft und Soziologie

POL&IS-Simulation 2010: Theoretisch Erlerntes anwenden und Weltpolitik selbst erleben

Theoretisch Erlerntes anwenden und Weltpolitik selbst erleben – unter diesem Motto stand ein Wochenende für 50 Studierende des Aufbaumoduls „Außenpolitikanalyse“. Gemeinsam mit den Dozenten Dr. Thomas Cieslik, Michael Melcher und Manuela Scheuermann simulierten die Studierenden Politik, Wirtschaft und Sicherheit im gegenwärtigen internationalen System.

Die „POL&IS“-Simulation wurde erstmals an der Universität Würzburg organisiert und vom Reservistenverband der Bundeswehr ausgerichtet. Herr Lucke und Herr Wichmann, seit über zwanzig Jahren als engagierte und erfahrene Spielleiter fungierend, führten ihre bis dato größte Gruppe professionell durch die „wilden Gewässer“ der Weltpolitik. Herr Broja stellte die Arbeit des Reservistenverbandes vor und lieferte umfangreiche Informationen zur allgemeinen wie auch lokalen Arbeit des Verbandes.

Die Welt des „POL&IS“ ist in 20 Regionen unterteilt. Die Ausgangslage der Simulation ist den tatsächlichen weltpolitischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst. Die Spieler übernehmen in ihren Regionen verschiedene Rollen: die Regierung, das Militär und die von der Regierung unabhängige Wirtschaft. Ein Spielzug entspricht einem Jahr und umfasst die Phase der Haushaltsaufstellung und der Absprache der Strategie, die Phase der Vertragsverhandlungen auf politischer, militärischer und wirtschaftlicher Ebene und die Phase der UN-Generalversammlung. Unterschiedlichste Verträge, vom einfachen Freundschaftsvertrag über Investitions-, Entwicklungs- und Handelsverträge bis hin zu militärischen Beistandsverpflichtungen, mussten in diesen oft hektischen Phasen verhandelt und abgeschlossen werden. Krönung eines jeden Zuges war die Versammlung der Staats- und Regierungschefs samt ihres militärischen und wirtschaftlichen Anhangs. Dort wurde mit Kriegstreibern abgerechnet, zum Weltfrieden aufgerufen oder Putsche lanciert.

Schnell identifizierten sich Studierende wie Dozenten mit der jeweiligen Rolle und spielten diese meist „in character“. Sie erlebten die Komplexität und Interdependenzen der internationalen Beziehungen ebenso wie die Determinanten nationaler Politik. Als die Simulation am Sonntagnachmittag zum Jahresübergang 2014/2015 mit einer Vollversammlung endete, stellte sich die weltpolitische Lage als ausgesprochen dramatisch dar: Das Militär in Indien hatte aufgrund der Unterversorgung der Bevölkerung und daraus resultierenden Aufständen versucht, zu putschen. Der Iran, Saudi-Arabien und Staaten in Südamerika konnten sich Atommächte nennen und Japan durchlebte die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Mehrere Brennpunkte in Afrika wurden zu Kriegsschauplätzen während die NATO mit der Bekämpfung von Guerilla-Aufständen in Sri Lanka beschäftigt war.

Das Fazit, das die Studierenden am Ende des Wochenendes zogen, war rundum positiv. Die Mehrheit der Studierenden würde POL&IS noch einmal spielen, schon gar, weil sie mit dem komplexen Regelsystem nun besser vertraut sind. Auf Grund des hohen Lerneffekts und der Verknüpfung von theoretischen und praktischen Komponenten wäre es wünschenswert, die Simulation als einen festen Bestandteil des Aufbaumoduls zu institutionalisieren.

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