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Institut für Politikwissenschaft und Soziologie

Würzburger Wissenschaftler und Studierende in Indien 2012

Würzburger Wissenschaftler in Indien

Im Frühjahr 2012 reisten drei Mitarbeiter des Instituts zu Forschungsaufenthalten nach Indien. Philipp Gieg, Michael Melcher und Stefan Schwaneck nutzten die vorlesungsfreie Zeit und forschten im März und April als Gastwissenschaftler an der Jawaharlal-Nehru-Universität (JNU).

Alle drei arbeiteten in Neu-Delhi an ihren Promotionen. Sie interessieren sich zum Beispiel für indische Außenpolitik, die britisch-indischen Beziehungen oder auch Lobbyismus in der größten Demokratie der Welt. 

Gefördert wurden die Reisen vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der im Rahmen seiner Initiative A New Passage to India die Universität Würzburg mit zwei Förderlinien bedachte. Auch Mira Hassan, Studentin im Masterstudiengang Political and Social Sciences und wissenschaftliche Hilfskraft am Institut, konnte so einen Aufenthalt in Neu-Delhi und damit wertvolle Recherchemöglichkeiten für ihre Masterarbeit realisieren.

Prof. Dr. Gisela Müller-Brandeck-Bocquet hielt sich Mitte März ebenfalls eine Woche in Neu-Delhi auf. Am Centre for European Studies sprach sie zum Thema „Bye Bye to European Integration and the EU of 27 Member States?“ (siehe Foto). Daneben standen Gespräche mit Professoren der Politikwissenschaft und dem Präsidenten der JNU auf dem Programm. Vice-Chancellor Prof. Sudhir Sopory betonte dabei, dass die Zusammenarbeit zwischen Würzburg und Neu-Delhi das aktivste internationale Kooperationsabkommen darstellt, das die JNU weltweit unterhält.

Nach der Rückkehr der Würzburger Indien-Reisenden lehrten im Sommersemester 2012 mit Prof. Dr. Ummu Salma Bava und Dr. Shaji Sadasivan Nair gleich zwei indische Wissenschaftler am Institut für Politikwissenschaft und Sozialforschung im Bereich der Internationalen Beziehungen lehren. Die Kooperation mit Indien wurde im Jahre 2012 also weiter ausgebaut – und erweist sich als ein wichtiger Pfeiler des internationalen Profils des Instituts für Politikwissenschaft und Sozialforschung.

Gruppenbild an der JNU mit Michael Melcher (erster von links), Mira Hassen (dritte v.l.), Stefan Schwaneck (vierter v.l.), Prof. Ummu Salma Bava (sechste v.l.), Prof. Gisela Müller-Brandeck-Bocquet (siebte v.l.), Lisa Geisler (ganz rechts, Bachelorabsolventin des Instituts) sowie weitere Studierende aus Würzburg; nicht auf dem Bild: Philipp Gieg (Fotos: Stefan Schwaneck)
Prof. Bava und Prof. Müller-Brandeck-Bocquet

Forschungsaufenthalt in Indien: Würzburger Masterstudierende verbringen Winter 2012 in Neu-Delhi

Im Winter 2012 trat zudem eine Gruppe Masterstudierender des Studiengangs „Political and Social Sciences“ den Weg nach Indien an, um dort im Rahmen ihres Masterprojekts „Säkularismus in Zeiten sozialen Wandels“ zu forschen. 

Die sechs Würzburger Studierenden hielten sich ab Oktober 2012 mehrere Wochen in Neu-Delhi auf und erlangten dort Zugang zu nahezu einzigartigen indischen Quellen sowie zu wertvollen Gesprächspartnern. Die Gruppe führte zahlreiche wissenschaftliche Interviews mit indischen Akademikern, sodass die Teilnehmer den Aufenthalt in Indien als große wissenschaftliche Bereicherung wahrnahmen, der deutlich dazu beigetragen hat, das Profil des Forschungsprojektes zu verfeinern.

Die Gruppe beschäftigt sich im theoretischen Rahmen einer transkulturell-vergleichenden politischen Theorie mit dem spezifisch-indischen Säkularismus. Dieser erfuhr seine erste Ausgestaltung in der verfassungsgebenden Versammlung und wurde in bestimmter Weise Teil der indischen Verfassung. Die Bezeichnung Indiens als säkularer Staat wurde zwar erst 1976 in die Verfassung aufgenommen, war aber bereits vorher de facto als Staatspraxis festgelegt. Der erste Premierminister Indiens, Jawaharlal Nehru, bestätigte nach dem Inkrafttreten der Verfassung, dass es die schwierigste Herausforderung gewesen sei, einen säkularen Staat in einem religiösen Land zu erschaffen. Das Master-Forschungsprojekt beschäftigt sich demzufolge mit dem Säkularismus in der Verfassung, aber auch mit (hindu-)nationalistischen Bedrohungen für den Säkularismus und schließlich mit der neuen indischen Mittelschicht, deren Wahlpotential und den daraus resultierenden möglichen Einflüssen auf die säkulare Staatspraxis. 

„Ohne unseren Aufenthalt in Indien und die dazugehörigen Interviews sowie den Zugang zu indischen Primär- und Sekundärquellen – darunter unzählige Originaldokumente zur verfassungsgebenden Versammlung und Verfassung – wäre es ausgeschlossen gewesen, die für das Forschungsprojekt eingeforderte Tiefe zu erreichen“, sagt Philipp Klein, Masterstudent und einer der sechs Indienreisenden, und ergänzt: „Unsere weitgehend in Eigenregie durchgeführte Forschungsarbeit in Neu-Delhi hat damit die Grundlage für spezifische Fragen unseres Projekts geschaffen.“

Der Aufenthalt wurde durch die Förderinitiative A New Passage to India ermöglicht, die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) getragen sowie aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird. Im Rahmen der Initiative entsteht an der Universität Würzburg ein interdisziplinäres Zentrum für Moderne Indienstudien. Das Institut für Politikwissenschaft und Soziologie begrüßt im Rahmen von „A New Passage to India“ seit nunmehr drei Jahren indische Gastwissenschaftler in Würzburg. Im Gegenzug reisen Würzburger Politikwissenschaftler und Soziologen nach Indien – sowohl Mitarbeiter des Instituts als auch Studierende.

Von hinten links: Christoph Arnold, Vicotria Fischer, Philipp Klein, Marion Schmid, Rajeev Bhargava (Direktor des Centre für the Study of Developing Societies, New Delhi), Stefanie Barthel und Stephen Wagner
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