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Institute of Political Science and Sociology

Die Corona-Krise als ‚eye-opener‘: Care-Desaster im Geschlechterverhältnis

Am 25.11.2020 fand die erste Veranstaltung des AK Gender im Wintersemester 2020/21 zum Oberthema „Gender & Corona“ statt – den aktuellen Kontaktbeschränkungen entsprechend online. Professorin Dr. Barbara Thiessen, die zu gendersensibler sozialer Arbeit an der Hochschule Landshut lehrt und forscht, referierte zum Thema: „Die Corona-Krise als „eye-opener“: Care-Desaster im Geschlechterverhältnis“. Im Jahr 2013 hat Professorin Thiessen gemeinsam mit anderen Forscher*innen ein Positionspapier mit dem Titel: „Von der Care-Krise zur Care-Gerechtigkeit“ herausgegeben. Dieses Jahr erschien unter dem Titel „Care nach Corona neugestalten“  ein zweites Positionspapier.

Zu Beginn ihres Vortrags führte Professorin Thiessen in die Care-Thematik ein. Als „Care“ Arbeit definierte Prof. Thiessen die Gesamtheit der gesellschaftlich und individuell notwendigen Formen der Fürsorge und Pflege von Menschen inklusive der Tätigkeiten, die zur Wiederherstellung von Gesundheit, Arbeitskraft oder Leistungsfähigkeit notwendig sind. Dies umfasst Tätigkeiten wie Fürsorge, Erziehung, Pflege und Unterstützung, bezahlt und unbezahlt, in Einrichtungen und in privaten Lebenszusammenhängen.

Im Anschluss beleuchtete Professorin Thiessen die Corona-Pandemie vor dem Hintergrund der Care-Thematik und verwies auf die Missstände, die bereits vor der Pandemie im Care-Bereich bestanden, nun aber noch deutlicher sind. Danach ging es um Befunde und Trends zum Geschlechterverhältnis in der Care-Arbeit. Der Alltag von Care-Berufen umfasst eine Tradition der „Frauenberufe unter männlicher Leitung“ und eine unklare Trennung von unentgeltlicher privater und entlohnter beruflicher Sorgearbeit. Professorin Thiessen schloss den Vortrag mit den Thesen und Lösungsvorschlägen des bereits erwähnten Positionspapiers aus diesem Jahr.

An den Vortrag schloss sich eine ausführliche Diskussionsrunde an, in der die Teilnehmer*innen Fragen stellen oder ihre Sicht erläuterten konnten. Einen herzlichen Dank an Professorin Thiessen für ihre Zeit und einen spannenden Einblick in eine aktuelle und wichtige Debatte!

Bericht: Simone Lux