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Institute of Political Science and Sociology

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Lateinamerika-Spezialistin der SWP zu Gast in Würzburg

Ein Regierungswechsel in Argentinien, kontroverse Parlamentswahlen in Venezuela und eine Regierungskrise in Brasilien – die lateinamerikanische Politik befindet sich zweifellos in einer turbulenten Phase. Für den Arbeitskreis Lateinamerika am IPS war das Anlass, eine der renommiertesten Spezialistinnen für die Länder Südamerikas, Frau Dr. Claudia Zilla von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, nach Würzburg einzuladen, um diese Entwicklungen aus einer demokratietheoretischen Perspektive zu diskutieren.

Frau Dr. Zilla wurde in Argentinien geboren und hat Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie studiert. Sie hat an der Universität Heidelberg promoviert und ist seit 2005 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der SWP in Berlin. Seit 2012 leitet sie die Forschungsgruppe Amerika.

Vor einem gut gefüllten Hörsaal sprach Frau Zilla am 3. Dezember zum Thema: “Das Jahrzehnt der Inklusion? Demokratie und Citizenship in Südamerika”. In ihrem Vortrag bewertete Frau Dr. Zilla die Bilanz der linkspopulistischen Regierungen in Argentinien und Venezuela vorwiegend kritisch. Sie zeigte, dass die unter dem Schlagwort der Inklusion angetretenen Regierungen Kirchner und Chávez zwar erstmals seit Jahrzehnten das Problem der sozialen Ungleichheit ins Zentrum der politischen Debatte gerückt haben, was als ein bedeutender Fortschritt zu bewerten sei, dass zugleich aber die Qualität der demokratischen Inklusion deutlich gelitten habe. Politische und bürgerliche Rechte wurden unter Berufung auf einen exklusiven und polarisierenden Begriff von „Volk“ untergraben, womit die Möglichkeiten der demokratischen Kontrolle eingeschränkt wurden.

In der anschließenden Diskussion betonte Frau Zilla, dass soziale Rechte keinesfalls gegen bürgerliche und politische Rechte ausgespielt werden dürften, sondern erstere nur über eine Stärkung letzterer zu verwirklichen seien.

 
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