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Institute of Political Science and Sociology

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Vortragsreihe: Frauen in Lateinamerika – wachsende Gleichstellung oder zunehmende Marginalisierung?"

Der AK Lateinamerika startete im Sommersemester 2013 eine neue Vortragsreihe zum Thema „Frauen in Lateinamerika- wachsende Gleichstellung oder zunehmende Marginalisierung?“.

Die Vortragsreihe setzte sich mit dem Phänomen der Gleichzeitigkeit einer zunehmenden Gleichstellung der Geschlechter einerseits und anhaltender Marginalisierung von Frauen andererseits, auseinander. Während die Präsenz von Frauen in (hohen) politischen Ämtern  deutlich zugenommen hat und gleichstellungspolitische Anliegen vermehrt Einzug in die politische Tagesordnung zahlreicher lateinamerikanischer Länder gefunden haben, stellen Geschlechterverhältnisse in der Region weiterhin eine zentrale Dimension sozialer Ungleichheit dar. Diese Widersprüchlichkeit fordert zu einem genaueren Blick auf die Situation von Frauen in Lateinamerika heraus.

Einblicke in die Situation indigener Frauen im Andenraum

Vortrag von Anna Barrera (GIGA Institut für Lateinamerika-Studien) am 23.1.2014

Indigene Frauen in Lateinamerika sind aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sozio-ökonomischen Situation und ihrer ethnisch-kulturellen Identität vielfachen Benachteiligungen ausgesetzt. Der Vortrag skizziert aktuelle Entwicklungen hinsichtlich der Situation indigener Frauen in Bereichen wie dem Zugang zum Gesundheitswesen, Bildung, Arbeitsmarkt, politischer Teilhabe und der Justiz. Anhand konkreter Beispiele wird aufgezeigt, welche Forderungen indigene Frauen in Bezug auf die Umsetzung ihrer Menschenrechte aufstellen, inwiefern Fortschritte in diesen Bereichen erzielt werden konnten, und vor welche Herausforderungen indigene Organisationen, lateinamerikanische Staaten und Gesamtgesellschaften gestellt sind, um die Diskriminierung indigener Frauen nachhaltig zu verringern.

Anna Barrera studierte Politikwissenschaft und Teilbereiche des Rechts an der Freien Universität Berlin. Im Anschluss an das Studium war Frau Barrera in einem Projekt zur Verbesserung des Rechtszugangs indigener Frauen in der Andenregion bei UNIFEM in Ecuador (heute UN Women) beschäftigt. Von 2010 bis Anfang 2014 promovierte sie an der Universität Hamburg und dem GIGA Institut für Globale und Regionale Studien in der Politikwissenschaft zum Thema Promoting Change in Legally Plural Settings: Domestic Violence and Indigenous Women’s Quest for Justice in the Andes.

Geschlechterregime und Sozialpolitik in Argentinien und Bolivien

Vortrag von Anne Tittor (Universität Kassel/ Universität Bielefeld) am 2.5.2013

In den letzten Jahren haben die Regierungen in Argentinien und Bolivien Gesetze und Regelungen verabschiedet, die den Abbau geschlechtsspezifischer sozialer Ungleichheit in verschiedensten Bereichen anstreben: Innerhalb der Gesundheits- und Bildungspolitik werden geschlechtersensible Maßnahmen eingeführt, bei den Sozial­versicherungs­syste­men und auf dem Arbeitsmarkt wird der Benachteiligung und Marginalisierung von Frauen entgegengewirkt und die Stellung der Frauen innerhalb der Familie durch die Cash Transfers aufgewertet. Angesichts dieser Entwicklungen wird in dem Vortrag analysiert, ob und inwiefern die Politiken auf dem Feld der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik zu einer größeren Geschlechtergleichheit beitragen. Auf welchen Ebenen des Geschlechterregimes setzen die Politiken der neuen Regierungen an? Markieren sie innerhalb der verschiedenen wohlfahrtstaatlichen Systeme strukturelle Umbrüche und tragen zu einem nachhaltigen Wandel der Geschlechterregime bei?

Dr. Anne Tittor hat Soziologie, Politikwissenschaft und Friedens- und Konfliktforschung in Marburg und Santiago de Compostela studiert und am Promotionskolleg Global Social Policies and Governance an der Universität Kassel ihre Promotion verfasst, die vor Kurzem unter dem Titel "Gesundheitspolitik in Lateinamerika. Konflikte um Privatisierungen in Argentinien und El Salvador" erschienen ist. Sie arbeitet gegenwärtig im Forschungsprojekt „Die Amerikas als Verflechtungsraum“ an der Universität Bielefeld. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Nord-Süd-Beziehungen, Gesundheits- und Sozialpolitik, soziale Bewegungen, sozial-ökologische Konflikte sowie Geschlechterverhältnisse in Lateinamerika.

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