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Institut für Politikwissenschaft und Soziologie

Frauen und Sicherheitspolitik. Ein Bericht rund um die Münchner Sicherheitskonferenz

21.02.2020

Frau Dr. Manuela Scheuermann vom Jean-Monnet-Lehrstuhl für Europaforschung und Internationale Beziehungen besuchte frauenpolitische Veranstaltungen rund um die Münchner Sicherheitskonferenz.

Der Samstag begann für die international und national (sicherheits-)politisch engagierten Frauen rund um die Münchner Sicherheitskonferenz sehr früh. Um sieben Uhr wurden sie in der Münchner Residenz zum „MSC Women`s Breakfast“ erwartet.

Die Hanns-Seidel-Stiftung e.V., das Netzwerk „Women In Internationalen Security“ (WIIS) und die Bayerische Staatskanzlei richten dieses Frühstück seit nunmehr 10 Jahren aus, um die Sicherheitspolitikerinnen der Welt zusammenzubringen und weiblichen Rollenvorbildern eine Bühne zu geben. Dr. Manuela Scheuermann nahm auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung am Frauen-Frühstück teil.

Viele der Frauen, die nach dem Frühstück wieder in den Bayerischen Hof eilten, erfreuten sich an dem bunten Treiben und dem stimmungsvoll ausgeleuchteten Max-Joseph-Saal – ein so ganz anderes Bild, ein so ganz anderer Sound als am Veranstaltungsort der Münchner Sicherheitskonferenz, wo Frauen mit nur 23 Prozent noch immer eine Minderheit sind und – so der O-Ton vieler Beobachterinnen – „die Krawattenträger das Bild dominieren“.

In diesem Jahr sprach Nancy Pelosi, derzeit Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus. Sie plauderte – Chatham House Rules waren vereinbart – munter aus dem Nähkästchen einer weiblichen Karriere in der hohen US-amerikanischen Politik. Sie und andere Rednerinnen wie Emilia Müller und Professorin Ursula Männle forderten die Frauen auf, Mut und Selbstvertrauen zu haben und zu den eigenen Fähigkeiten zu stehen.

Dass es den Sicherheitspolitikerinnen, Journalistinnen und wissenschaftlichen Expertinnen längst nicht mehr genügt, einen Platz „on the tables“ der Politik zugesprochen zu bekommen, sondern sie führen, gestalten und – ja – grundlegend verändern wollen, wurde bei einer weiteren Veranstaltung deutlich.

Das erst 2016 etablierte „Centre for Feminist Foreign Policy“ (CFFP), eine derzeit sehr erfolgreiche außen- und sicherheitspolitische Denkfabrik mit feministischer Zielsetzung, hatte zu einer hochrangigen Panel-Diskussion rund um Fragen feministischer Außenpolitik geladen.

Es debattierten die Chefanklägerin beim Internationalen Strafgerichtshof Fatou Bensouda, Beatrice Fihn von der mit dem Nobelpreis geehrten Internationalen Kampagne zum Verbot von Atomwaffen (ICAN) und  Sanam Naraghi-Anderlini vom „International Civil Society Action Network“. Fatou Bensouda erntete mit ihrem humoristischen Aufruf, nicht über „Westlessness“ sondern „Menlessness“ bei der Münchner Sicherheitskonferenz nachzudenken, großen Applaus. In seinen Schlussworten unterstrich Botschafter Boris Ruge die Bemühungen der MSC, die Partizipation im Bayerischen Hof diverser zu gestalten.

Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist sicherlich die Einrichtung der Datenbank „WoX“ (The Women Experts‘ Network), die während des Events gestartet wurde. Es ist das Ziel dieser Initiative, die Suche nach weiblichen Expertinnen für Sicherheits-, Außen- und Verteidigungspolitik zu erleichtern.

Man darf gespannt sein, ob 2021 auch deshalb mehr Frauen während der MSC aktiv sind. 

Bericht und Fotos: Manuela Scheuermann

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