FoKS-Anschubfinanzierung für Forschung zum Wandel der globalen Entwicklungszusammenarbeit
11.09.2026Dr. Philipp Gieg vom Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Europaforschung und Dr. Anja Menzel von der Universität Bamberg erhalten eine Anschubfinanzierung in Höhe von 12.000 Euro von der Bayerischen Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung (FoKS). Ihr gemeinsames Vorhaben untersucht, wie geopolitische Machtverschiebungen und der Wandel internationaler Normen die Entwicklungszusammenarbeit verändern und welche Folgen dies für Frieden und Sicherheit hat.
Die internationale Entwicklungszusammenarbeit befindet sich im Umbruch: Traditionelle westliche Geber kürzen ihre Budgets oder stellen – wie die USA – zahlreiche Entwicklungsprogramme vollständig ein, während aufstrebende Akteure des Globalen Südens an Einfluss gewinnen und alternative Vorstellungen von Zusammenarbeit einbringen. Diesen Veränderungen widmen sich Dr. Philipp Gieg und Dr. Anja Menzel im Projekt „Neuordnung der Global Development Governance: Machtverschiebungen, Normenwandel und Sicherheitsimplikationen“.
Im Mittelpunkt stehen die Institutionen, Regeln und Akteure, die internationale Entwicklungszusammenarbeit gestalten. Untersucht werden soll, wie aufstrebende Mächte bestehende Strukturen und Normen herausfordern, wie traditionelle Geber darauf reagieren und welche Konsequenzen sich daraus für politische und menschliche Sicherheit im Globalen Süden ergeben.
Vernetzung und Forschungskooperation
Die Anschubfinanzierung durch die Bayerische Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung (FoKS) ermöglicht insbesondere einen zweitägigen wissenschaftlichen Workshop, der für 2027 geplant ist. Er soll Forschende aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Kontexten zusammenbringen und Perspektiven der Normenforschung, Entwicklungsforschung und Sicherheitsforschung miteinander verknüpfen. Ziel ist es, eine gemeinsame Forschungsagenda zu entwickeln und die Grundlage für ein größeres Forschungsvorhaben zu schaffen. Dabei sollen auch Kooperationen mit Forschenden aus dem Globalen Süden vorbereitet werden.
Beitrag in den FoKS Fellow Perspektiven
Das Vorhaben knüpft zudem an einen gemeinsamen Beitrag von Philipp Gieg und Anja Menzel in der Reihe „FoKS Fellow Perspektiven“ an, der Anfang 2026 erschienen ist. Unter dem Titel „Wie verändert sich Entwicklungszusammenarbeit – und mit welchen Folgen für die globale Sicherheit?“ beleuchten sie die sicherheitspolitischen Folgen des US-Rückzugs, die zunehmende Bedeutung geopolitischer Eigeninteressen und die Handlungsmöglichkeiten Deutschlands und Europas.
