Masterstudierende des Seminars "Soziologie der Kritik" auf dem 52. Internationalen Filmwochenende 2026
09.02.2026Im Rahmen des 52. Internationalen Filmwochenendes Würzburg fand eine besondere Vorführung des Dokumentarfilms Soldaten des Lichts von Julian Vogel und Johannes Büttner statt. Die Veranstaltung verband Filmpräsentation und wissenschaftliche Auseinandersetzung und bot Raum für einen vertieften Austausch zwischen Filmschaffenden und Masterstudierenden des Seminars „Soziologie der Kritik“ von Prof. Dr. Elke Wagner.
Im Anschluss an die Vorführung stellte sich Regisseur Julian Vogel den Fragen von Masterstudierenden der Studiengänge Political and Social Sciences und Sozialwissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung. In der Podiumsdiskussion ging es unter anderem um die Entstehung des Films, dokumentarische Entscheidungen sowie um den Umgang mit sensiblen Inhalten und dargestellten Milieus.
Nach dem Podiumsgespräch nutzten die Studierenden die Gelegenheit, sich gemeinsam in kleiner Runde mit dem Regisseur Julian Vogel über die im Film angewandten Formen und Darstellungspraktiken auszutauschen. Im Fokus standen dabei Fragen massenmedialer Kritik, Repräsentation und Verantwortung sowie die Wechselwirkungen zwischen filmischer Darstellung und gesellschaftlicher Wahrnehmung.
Das Institut für Politikwissenschaft und Soziologie bedankt sich herzlich beim Vorstand des Internationalen Filmwochenendes Würzburg sowie bei der Programmleiterin Katharina Schulz für die Vermittlung der Veranstaltung und die kompetente Moderation des Podiumsgesprächs.
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In ihrem Dokumentarfilm „Soldaten des Lichts“ eröffnen Julian Vogel und Johannes Büttner einen schonungslosen Blick auf ein abgeschottetes Milieu, in dem neoliberale Selbstoptimierung, autoritäres Denken und esoterisch-alchemistische Heilsversprechen eine gefährliche Symbiose eingehen. Der Film begleitet Protagonisten, die an die Idee einer radikal individualistischen Selbstermächtigung glauben und diese mit spirituellen sowie pseudowissenschaftlichen Konzepten aufladen. Turbokapitalistische Selfmade-Narrative treffen hier auf faschistoide Weltbilder, die klare Feindbilder propagieren und gesellschaftliche Komplexität zugunsten einfacher Wahrheiten ablehnen.
„Soldaten des Lichts“ zeigt, wie charismatische Akteure durch Sprache, Rituale und ökonomische Erfolgsversprechen Anhänger binden und ein geschlossenes Weltbild erzeugen, das Kritik systematisch ausblendet. Die Dokumentation verzichtet dabei auf Off-Kommentare und lässt Beobachtungen, Gespräche und Situationen für sich sprechen. Auf diese Weise entsteht ein verstörendes Porträt einer Szene, die exemplarisch für gegenwärtige Radikalisierungs- und Sinnsuchbewegungen steht – an der Schnittstelle von Esoterik, Marktlogik und autoritärem Denken – und grundlegende Fragen nach Verführbarkeit, Macht und ideologischer Selbstabschottung in der Gegenwart aufwirft.
