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Institut für Politikwissenschaft und Soziologie

Von Katzen und Cat Ladies – Populäre Musik, Gender und das (nicht) menschliche Andere

18.06.2026

Welche Verbindung wird in populärer Musik zwischen Frauen und Katzen hergestellt? Und inwiefern tragen diese Zuschreibungen dazu bei, bestehende Machtverhältnisse zu reproduzieren oder auch aufzulösen? Im Vortrag von Monika Schoop wurde auf der Grundlage ausgewählter Musikbeispiele zu der Thematik genau dieses Bedeutungsfeld eröffnet und durch verschiedene Perspektiven eingeordnet

Zunächst wurden die verschiedenen Merkmale von Popular Music präsentiert, um herauszustellen, dass keine eindeutige Definition angelegt werden kann, sondern vielmehr vielschichtige Sinndeutungen existieren. In Verschränkung mit Gender Studies und Human Animal Studies wurde deutlich, dass sowohl Gender als auch Tiersein sozial konstruiert werden. Dabei erfolgt die Konstruktion des Tierseins über die Abgrenzung zum Menschen. Innerhalb des Vortrags wurde mit dem Zitat „animals are good to think with“ die Bedeutung von Tieren beschrieben, indem sie den Menschen helfen, die Welt zu verstehen und diese zu ordnen. So werden beispielsweisen Tiere bestimme Rollen und damit verbundene Erwartungen zugesprochen – Tiere fungieren als kulturelle Symbole und Metaphern. Die Metapher der Katze weist in diesem Zusammenhang eine große Ambivalenz mit unterschiedlichen Rollenzuschreibungen auf. Monika Schoop zeigt dies an zwei Musikbeispielen:

Zuerst wurde das Lied „What’s New Pussycat“ von Tom Jones mit Blick auf die Verbindung von Frauen und Katzen analysiert. In dem Lied wird die Metapher der Katze für eine Frau genutzt, um dieser die Rolle eines süßen, passiven Haustiers zuzuschreiben. Im Kontrast dazu nutzt das zweite, analysierte Lied, „Like a Cat“ von Cyndi Lauper Kritik an den Geschlechterverhältnissen, indem der Frau Unabhängigkeit, Rebellion und Selbstbestimmung zugeschrieben werden. In dem Song wird ein gegensätzliches Bild der Katze als Metapher genutzt. Vor dem Hintergrund dieser Zuschreibungen an Frauen in Anlehnung an Katzen sowie mit Hilfe der kontrastierenden Rolle der Männer wurden ausgehend von den Songs bestehende Machtverhältnisse herausgearbeitet. So wurde über weite Teile der Geschichte hinweg in verschiedenen Kulturen die Katze als Symbol für Fruchtbarkeit und selbstbestimmte und damit problematisierte, weibliche Sexualität eingesetzt. Frauen wurden darüber als aufregend und zugleich abweichend konstruiert. Eines der eindrücklichsten Bilder hierfür ist das der Hexe mit ihren Katzen.

Zuletzt wurde im Vortrag das Thema von Frauen und Katzen politisch im Kontext des US-Wahlkampfes 2024 auf der Grundlage von Alina Bocks Internet-Song „Childless Cat Lady“ analysiert. Zunächst erfolgt eine Einordnung der historischen Verbindung von Katze und Frau z. B. im Rahmen von Verunglimpfungen von Suffragetten, die sich für das Frauenwahlrecht einsetzten. Darauf aufbauend wurde darauf eingegangen, wie der Begriff Cat Lady reclaimt wurde. Die Cat Lady steht inzwischen innerhalb des feministischen Widerstands für Empowerment und Widerstand.

Der AK Gender möchte sich für den Vortrag von Monika Schoop und die gemeinsame Einordnung und Diskussion der musikalischen Beiträge bedanken.

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