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Institut für Politikwissenschaft und Soziologie

Programm im Sommersemester 2026: Lokale Nachhaltigkeitspolitik

Kommunal- bzw. Lokalpolitik beschreibt die Gesamtheit der politischen Einrichtungen, Prozesse und Aufgaben auf Ebene der Gemeinden und Städte. Verfassungsrechtlich durch das Recht auf kommunale Selbstverwaltung geschützt (Art. 28 Abs. 2 GG), bildet sie das Fundament für die Gestaltung der unmittelbaren Lebensumwelt der Menschen und ist damit der zentrale Ort, an dem konkrete Gestaltungsfragen auf zentrale Politikfelder wie Sozial-, Kultur-, Gesundheits- und Wirtschaftsfragen treffen.

Angesichts der fortschreitenden Urbanisierung – über die Hälfte der Weltbevölkerung lebt bereits heute in Städten (Statista 2024) – wächst der Druck auf Infrastruktur, Wohnraum und Klimaanpassung. Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen stellt hierfür den normativen Rahmen: Insbesondere SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden) und SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie) bieten zentrale Anknüpfungspunkte für nachhaltige Energiestrategien und Klimaschutzmaßnahmen vor Ort.

Städte und Gemeinden gelten dabei nicht nur als Orte praktischer Aushandlung und Umsetzung von Nachhaltigkeit, sondern können durch horizontales und vertikales Upscaling auch entscheidende Impulse in nationale und globale Politiken einspeisen (Kern, 2019). Damit nehmen sie eine Schlüsselrolle in der Umsetzung der Agenda 2030 ein, da sie lokale Lösungen entwickeln und zugleich strukturelle Veränderungen auf höheren politischen Ebenen anstoßen können. Durch eigene Nachhaltigkeitsstrategien verknüpfen Städte und Gemeinden unterschiedliche Handlungsfelder wie eine nachhaltige Verwaltung, partizipative Stadtplanung oder Ressourcenschutz systematisch miteinander. So werden globale Zielsetzungen in alltagsnahe Politikprozesse übersetzt und langfristig verankert.

Im Dialog zwischen Gastvortragenden, Forschenden sowie Studierenden soll Nachhaltigkeit als lokale Gestaltungsaufgabe greifbar gemacht werden. Mit der angebotenen Veranstaltungsreihe für das Sommersemester 2026 greifen wir dabei die aktuellen Dynamiken auf und beleuchten "Lokale Nachhaltigkeitspolitik“ im Spannungsfeld von Normativität und Normalität.

Veranstaltungen im Sommersemester 2026

Folgende Veranstaltungen sind im Sommersemester 2026 angedacht:

Lokale Umwelt- und Raumplanung

Impulsvorträge mit anschließender Diskussionsrunde
Prof. Dr. Andreas Klee und Natalie Nikolaus (JMU)
Mittwoch · 10.06.2026 · 18:00 - 20:00 Uhr
Raum 00.107 · Wittelsbacherplatz 1

 

Buchdiskussion: "Bodenschätze: über Verwertung und Vergesellschaftung"

Buchdiskussion
PD Dr. Anna Meine (Universität Münster), Dr. Philipp Gieg, PD Dr. Verena Frick und Prof. Dr. Isabel Feichtner (JMU)
Mittwoch · 17.06.2026 · 18:00 - 20:00 Uhr
Raum 02.102 · Wittelsbacherplatz 1

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Buchdiskussion: "Die Klimakämpfer: Ideen zur Rettung des Weltklimas" 

Buchdiskussion
Dr. Christoph Mohamad-Klotzbach (JMU)
Mittwoch · 01.07.2026 · 16:00 - 18:00 Uhr
online via Zoom

 

From Legislation to Practice: The Reform of Philantropic Incentives across Two Studies of the Spanish Non-Profit Sector

Gastvortrag (in englischer Sprache)
Ana Colomer Segura (University of Valencia)
Donnerstag · 09.07.2026 · 18:00 - 20:00 Uhr
Raum 00.107 · Wittelsbacherplatz 1

 

Die Veranstaltungsreihe wird unter anderem in interdisziplinärer Zusammenarbeit der Professur für Sozialwissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung mit dem Lehrbereich der Politischen Theorie, dem Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Europaforschung, der Professur für Öffentliches Recht und Wirtschaftsvölkerrecht, dem Lehrstuhl für Humangeographie und dem WueLAB umgesetzt. Inhaltlich schließen die Veranstaltungen an die Debatten aus dem Wintersemester 2023/24 zum Thema „Nachhaltigkeit als Herausforderung für die deliberative Demokratie“, dem Sommersemester 2025 zum Thema „Verhandlung, Vermittlung und Verrechtlichung globaler Nachhaltigkeitsziele“ und dem Wintersemester 2025/26 zum Thema „Nachhaltigkeitspolitik in der Defensive?!" an.