Im Schatten der Macht: Ein Podium zur Kultur, Politik und Kritik in der Demokratischen Republik Kongo
28.01.2026Wie verhandeln Literatur, Musik und Politik die komplexen Machtverhältnisse in der Demokratischen Republik Kongo? Am 14. Januar 2026 lud das Afrika-Kompetenzzentrum (ACCUW) gemeinsam mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu einem perspektivreichen Abend. Nach einer thematischen Einführung durch Dr. Philipp Gieg diskutierte ein interdisziplinäres Podium, wie kulturelle Ausdrucksformen Widerstand und Teilhabe neu gestalten können.
Die Demokratische Republik (DR) Kongo blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, in der Macht und Gewalt nicht nur in staatlichen Institutionen, sondern in der Sprache, im Klang und in der Symbolik des Alltags verhandelt werden. Das Podiumsgespräch „Im Schatten der Macht: Kultur, Politik und Kritik in der DR Kongo“ machte deutlich, dass politische Kritik dort oft in der Kunst beginnt.
Ein interdisziplinärer Blick auf Widerstand und Symbolik
Unter der Moderation von Dr. Julien Bobineau (JMU-Alumnus) entfaltete sich im Schelling-Forum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ein lebendiger Dialog zwischen den Disziplinen. Die Politikwissenschaftlerin Dr. Lilli Banholzer (Bayerische Wissenschaftsallianz für Frieden, Sicherheit und Konflikt FoKS) und der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Gilbert Shang Ndi (Uni Bayreuth/BAdW) beleuchteten, wie Musik und Literatur als Seismographen für gesellschaftliche Spannungen fungieren.
Deutlich wurde, dass künstlerische Praktiken im Kongo weit mehr sind als reine Reflexion, sondern aktive Werkzeuge, um politische Verhältnisse infrage zu stellen und Räume für gesellschaftliche Teilhabe überhaupt erst zu schaffen.
Vorstellung des Handbuchs Demokratische Republik Kongo
Die Veranstaltung fungierte zugleich als Buchpräsentation des Handbuchs Demokratische Republik Kongo, das im vergangenen Jahr erschienen ist – unter Beteiligung mehrerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Kreis des ACCUW sowie kongolesischer Alumni der Universität Würzburg. Herausgeber des Handbuchs sind neben Dr. Philipp Gieg (IPS und ACCUW) Dr. Julien Bobineau und Dr. Timo Lowinger (FoKS).
Die Kooperation zwischen dem Afrika-Kompetenzzentrum (ACCUW) und dem Schelling-Forum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften bewies einmal mehr, wie fruchtbar der Austausch über Fachgrenzen hinweg sein kann, um die Verflechtungen von Kultur, Politik und Macht zu beleuchten.
