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Institut für Politikwissenschaft und Soziologie

Professorin Gisela Müller-Brandeck-Bocquet in den Ruhestand verabschiedet

17.05.2022

Prof. Dr. Gisela Müller-Brandeck-Bocquet ist zum Beginn des Sommersemesters 2022 in den Ruhestand eingetreten. Über zwanzig Jahre lang prägte sie die Würzburger Politikwissenschaft und das IPS. Anfang Mai wurde die langjährige Professorin für Europaforschung und Internationale Beziehungen am Institut für Politikwissenschaft und Soziologie feierlich verabschiedet.

Gisela Müller-Brandeck-Bocquet studierte am Geschwister-Scholl-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität in München sowie am Institut d'Etudes Politiques im französischen Grenoble Politikwissenschaft. 1986 wurde sie mit einer Arbeit über „Technologiefolgenabschätzung am Beispiel der friedlichen Nutzung der Kernenergie in der Bundesrepublik Deutschland“ bei Prof. Kurt Sontheimer promoviert. Mit der Schrift „Die institutionelle Dimension der Umweltpolitik. Eine vergleichende Untersuchung zu Frankreich, Deutschland und der Europäischen Union“ habilitierte sie sich 1995.

Nach einigen Jahren als Akademische Rätin a.Z. am Geschwister-Scholl-Institut in München und Vertretungsprofessuren in Trier und Würzburg war sie seit 1999 Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Europaforschung und Internationale Beziehungen an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Gisela Müller-Brandeck-Bocquet prägte über zwanzig Jahre lang das Institut: Sie war eine der Hauptarchitektinnen sowohl der institutionellen Fusion der Fächer Politikwissenschaft und Soziologie zum heutigen Institut für Politikwissenschaft und Soziologie als auch der fast gleichzeitig erfolgenden Einführung des Bachelorstudiengangs Political and Social Studies und des Masterstudiengangs Political and Social Sciences. In einer Zeit großer Sparzwänge und existentieller Bedrohungen für die beiden Fächer war sie federführend daran beteiligt, Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Würzburg zu erhalten.

In zahlreichen Publikationen entfaltete Müller-Brandeck-Bocquet ihre Forschung zur europäischen Integration und internationalen Politik. Vor allem die europäische Außen- und Sicherheitspolitik sowie deutsche und französische Europapolitik bildeten die Schwerpunkte ihres akademischen Wirkens, zu denen sie auch regelmäßig internationale Konferenzen und Tagungen ausrichtete. 2017 wurde sie für ihre exzellenten Verdienste um Forschung und Lehre zur europäischen Integration von der Europäischen Kommission mit einem Jean-Monnet-Lehrstuhl ausgezeichnet. Maßgeblich trug sie auch zur Etablierung der Indienkooperation des Instituts und der Universität bei, die in mehreren vom DAAD und BMBF geförderten Forschungs- und Kooperationsprojekten stetig vertieft wurde.

Gisela Müller-Brandeck-Bocquet verstand sich nie nur als Wissenschaftlerin „im Elfenbeinturm“. Vorträge und Podiumsdiskussionen, die sich an die breite Öffentlichkeit richten, Artikel in der Presse, Auftritte im Fernsehen, Blogartikel zu aktuellen Themen – all dies gehörte ihrem Verständnis nach ebenso zur Professorinnenrolle: „Wissenschaft für das Weltverständnis“, wie es die Main Post in einem Artikel zu Müller-Brandeck-Bocquets Emeritierung jüngst formulierte.

Die feierliche Verabschiedung Anfang Mai wurde von Prof. Manuela Scheuermann moderiert, die den Lehrbereich Europaforschung und Internationale Beziehungen derzeit vertritt. In ihrer Rede blickte Prof. Gisela Müller-Brandeck-Bocquet auf ihre Universitätskarriere und insbesondere auf die mehr als zwei Jahrzehnte als Professorin am IPS zurück. Anschließend würdigten Prof. Hans-Joachim Lauth, Prof. Michael Becker und Dr. Frank Schiefer in ihren Festreden Gisela Müller-Brandeck-Bocquets Verdienste um das Institut und ihr akademisches Schaffen. Dr. Michael Melcher, ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur, erinnerte unter anderem an den Aufbau der Indienkooperation. Das aktuelle Team des Lehrbereichs Europaforschung und Internationale Beziehungen, neben Prof. Manuela Scheuermann bestehend aus Dr. Carolin Rüger, Philipp Gieg, Timo Lowinger, Manuel Pietzko und Anja Zürn, blickte zum Abschluss in sowohl ernster wie auch humorvoller Weise auf Werdegang, Berufsverständnis und Führungsstil seiner langjährigen Chefin zurück.

Das Institut für Politikwissenschaft und Soziologie dankt Prof. Gisela Müller-Brandeck-Bocquet für ihren immerwährenden und dabei überaus prägenden Einsatz für das IPS und wünscht nur das Beste für den Ruhestand.

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